Viele Religionen, viele Meinungen, ein Blog

Aktuelles: Interreligiöser Kalender

Hier findest du die Feiertage vieler verschiedener Religionen (z.B. von Christentum, Judentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam, Alevitismus, und noch ein paar mehr) auf einen Blick. Heute, am 16.06., findet zum Beispiel Asalha Puja statt, eines der wichtigsten buddhistischen Feste. Schau doch gerne einmal vorbei!

Was bedeutet „Jesus Christus“?

„Jesus Christus“ ist eigentlich kein Name, sondern eine Aussage: „Jesus ist der Christus“. Das ist gleichbedeutend mit dem Satz „Jesus ist der Messias“. Denn das griechische Wort für Messias ist „Christos“, lateinisch „Christus“ geschrieben. „Christus“ ist also nicht Jesu Nachname, sondern ein Würdetitel. Im interreligiösen Dialog sollte man deshalb lieber „Jesus von Nazareth“ sagen, weil das neutral ist. „Von Nazareth“ bezeichnet nämlich nur Jesu Herkunft aus dem Dorf Nazareth und trifft keine theologische Aussage.

Was steht in der Bibel über das Leben Jesu?

Es gibt viele Schriften des Neuen oder Zweiten Testaments, die Bezug auf Jesus von Nazareth nehmen. Doch Schriften, die quasi ein ,Leben Jesu‘ erzählen, sind vor allem die vier Evangelien. Sie stehen nach der lutherischen Reihenfolge der Schriften ganz vorne im Zweiten Testament. Die vier Evangelien berichten von Jesu Geburt, seiner Lehre, seinem Tod, seiner Auferstehung von den Toten und seiner Aufnahme in den Himmel. Besonders wichtig für den christlichen Glauben sind Jesu Tod und Jesu Auferstehung – mehr darüber später im Artikel …

Eines der am häufigsten übersetzten Bücher…

… ist die Bibel. Sie ist die heilige Schrift aller christlichen Traditionen und Konfessionen. Sie besteht aus zwei Teilen: Im Ersten oder Alten Testament stehen in etwa die gleichen Schriften wie im Tanach (d. i. die hebräische Bibel), z. B. die fünf Bücher Moses, die Psalmen und prophetische Bücher. Diese Schriften gab es schon lange vor Jesus. Im Zweiten oder Neuen Testament, das erst nach Jesu Leben entstanden ist, stehen vor allem Geschichten über Jesus (Evangelien) und Briefe an christliche Gemeinden. Mehr darüber später im Artikel …

Jüdischer Rabbi oder Abtrünniger? – Jesus von Nazareth aus jüdischer Sicht

Was sagt das Judentum über Jesus von Nazareth? – Zuerst einmal sagt das Judentum, dass es DAS Judentum gar nicht gibt. Denn genau wie in anderen Religionen trifft man hier auf viele unterschiedliche Strömungen, die auch nicht alle die gleichen Auffassungen teilen. Mit diesem wichtigen Wissen im Hinterkopf kann ich nun versuchen, eine Antwort auf die Frage „Was sagt das Judentum über Jesus von Nazareth?“ zu finden.

Messiaserwartung

Daniel sieht in einer Vision ein überirdisches Wesen (Buch Daniel 7,14): Ihm ward Gewalt und Ehre gegeben und Königschaft, alle Völker, Stämme und Zungen dienten ihm: seine Gewalt ist in Weltzeit, Gewalt, die nie vergeht, und seine Königschaft nie zu zerstören.[1]

Das ist eine große Frage zwischen Juden* und Christ*innen: Kommt der Messias noch, oder war er (als Jesus) schon da?

[1] Vgl. Die Schrift., unter: http://www.obohu.cz/bible/index.php?styl=BRU&kap=7&k= Da#, aufgerufen am 06.04.2020.

Wie viele Götter gibt es?

5. Buch Mose, Kapitel 6, Vers 4: Höre Jissrael: ER unser Gott, ER [ist] Einer![1]

Die jüdischen Strömungen verstehen sich als streng monotheistisch. Sie haben also nicht mehrere Götter, sondern nur einen einzigen Gott, neben dem es keine weiteren Gottheiten gibt. Das kann zu Missverständnissen zwischen Juden* und Christ*innen führen, wenn die christliche Trinität als Glaube an drei Götter verstanden wird.

[1]Vgl. Die Schrift., unter: unter: http://www.obohu.cz/bible/index.php?styl=BRU&kap=6&k= Dt#, aufgerufen am 06.04.2020.

Tanach – schon mal gehört?

Der Tanach ist die heilige Schrift der jüdischen Religion. Er ist hauptsächlich auf Hebräisch geschrieben. Das Wort Tanach ist aus den Anfangsbuchstaben der drei Teile der Schriftensammlung zusammengesetzt: Tora, Nebiim und Ketubim (K ^= ch), also Weisung (fünf Bücher Mose), Propheten (z. B. Jesaja, Jeremia, …) und Schriften (z. B. Psalme, Hiob, …).

Jesus von Nazareth – Rabbi, Gott oder Prophet?

Er selbst kommt aus der jüdischen Religion, die Christ*innen berufen sich auf ihn, für Muslim*innen ist er ein wichtiger Prophet. Was denkst du über Jesus von Nazareth? Und was haben diese drei Religionen über ihn zu sagen?

Mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser Religionen in ihrer jeweiligen Sicht auf Jesus von Nazareth beschäftigen sich die nächsten drei Monate.

Der Ramadan – Fasten für mehr Nächsten- und Gottesliebe

Vom 24.04. bis zum 23.05.2020 war dieses Jahr Ramadan, der Fastenmonat im Islam.[1] Fasten als ein religionsübergreifendes Phänomen ist beispielsweise auch im Christentum, im Buddhismus, im Judentum oder im Hinduismus zu finden. Dabei wird nicht nur aus rein gesundheitlichen Gründen gefastet.[2] Auch beim Ramadan geht es um mehr: Ein größeres Verbundenheitsgefühl mit der islamischen Welt und nicht zuletzt mit Allah selbst.[3] Im Folgenden soll der Frage nach den religiös-theologischen Gründen für das Fasten, speziell im Ramadan, auf den Grund gegangen werden.

[1]Vgl. Quantara-Redaktion: Islamischer Fastenmonat Ramadan beginnt am 23. April 2020, verfasst am 10.03.2020: https://de.qantara.de/content/islamischer-fastenmonat-ramadan-beginnt-am-23-april-2020, aufgerufen am: 14.04.2020.

[2] Vgl. Hamidullah, M.: Warum fasten? Eine Studie über das Fasten im Islam vom geistlichen und weltlichen Standpunkt aus gesehen, Genf 1963, S.3-4. und vgl. Jaros, K.: Der Islam. Historische Grundlagen und Glaubenslehre, Wien/Köln/Weimar 2012, S.95.

[3]Vgl. Islamisches Zentrum München: Das Fasten, in: Schriftenreihe des Islamischen Zentrums München Nr. 5, München 1987, S.2-3.

Wie gut kennst Du Dich mit dem Ramadan aus? Hier kommen fünf Fragen, bei denen Dir vielleicht noch ein Licht aufgeht!

  1. Das Fasten (Sijam) gehört zu den „Fünf Säulen des Islams“. Kannst Du die restlichen vier Säulen aufzählen?
  2. Der Ramadan ist der neunte Monat des Mondkalenders und wird im Koran Sure 2:185 als Fastenmonat festgelegt. Was ist besonders an diesem Monat und was hat er mit dem Koran zu tun?
  3. Wann wird beim Ramadan-Fasten gegessen?
  4. Wer ist vom Ramadan befreit?
  5. Nun die Expertenfrage: Auf den Monat Ramadan folgt der Monat Schawwal. Welches Fest wird am Anfang des Schawwals gefeiert?

Warum fasten wir? Gedanken eines muslimischen Fastenden zum Ramadan

„Im Ramadan habe ich Zeit mich mit meinem Glauben zu beschäftigen. Durch das Fasten wird mein Körper gereinigt, und ich spüre für mich auch gleichzeitig eine Reinigung meiner Seele. Ich befasse mich konkreter mit Fragen z.B. warum und wieso ich glaube. Ich sehe es als eine Chance, das vergangene Jahr zu reflektieren und mit Hilfe des Islams mich aufs Kommende vorzubereiten.“  // Burak Uzun, 28

Warum fasten wir? Eine christliche Perspektive

„Fasten heißt für mich: durch bewussten Verzicht einen geschärften Blick für eigene Gewohnheiten oder scheinbar Selbstverständliches zu bekommen. Als Christin möchte ich diesen Fasten-Blick auch auf die Bewahrung der Schöpfung richten. Beim Klimafasten fällt Manches schwer, aber Vieles wird tatsächlich langfristig zur Gewohnheit.“ // Pfarrerin Julia Steller, 32, aus der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Schongau

Warum fasten wir? Ein Statement zu nicht-religiösem Fasten

„Warum habe ich zwei Monate lang Alkohol gefastet? Ich habe gefastet, um mir selbst zu zeigen, dass ich es schaffe, zwei Monate darauf zu verzichten. Weiterhin war mir der Gesundheitsaspekt sehr wichtig und, um das neue Jahr gesund zu starten. Zwei Monate sind ein längerer Zeitraum, aber auch noch nicht zu lange, sodass man das Fasten auch noch schafft.“ // Michael, 25

Warum fasten wir?

Leere Bahnen – zur Zeit kein seltener Anblick. In der Coronakrise haben die Katastrophenschutzmaßnahmen im März und April dazu geführt, dass jeder von uns auf etwas verzichten musste. Sei es auf die Bewegungsfreiheit, die Arbeit oder sogar auf die Gesundheit. Und obwohl diese Situation unfreiwillig entstanden ist und das Virus schreckliche Folgen haben kann, birgt sie für viele, die nicht unmittelbar von der Krankheit betroffen sind, absurderweise auch Chancen. Diesen Monat beschäftige ich mich als radikales Gegenprogramm zu der Situation, in die wir unfreiwillig geraten sind, mit dem freiwilligen Verzicht: dem Fasten, speziell dem Ramadan, der schon Ende April begonnen hat. Doch wozu dient Fasten und wohin soll es führen? Welche verschiedenen Perspektiven gibt es auf das Thema und lohnt es sich, auf den Fastenzug aufzuspringen?

Ein Artikel zum Thema Fasten erscheint am 28.05.

DiversiFaith im Radio?

Vor knapp zwei Wochen ist unser Blogprojekt online gegangen! Im selben Atemzug habe ich mit der Reporterin Ida Hinterholzinger von Radio Z[1] ein Interview für das Magazin für Kultur und Politik „Stoffwechsel“ geführt.

Wir klären wichtige Fragen: Wer steckt hinter DiversiFaith? Was ist unser Ziel? Warum ist interreligiöse Kommunikation uns so wichtig?

Hör doch mal rein! Du findest das Interview unter:  radio-z.net

[1]http://www.radio-z.net/de/

Leiden macht dialogfähig?

In Frankreich auf dem Altar der Klause von Thich Nhat Hanh, einem vietnamesischen Vertreter des Engagierten Buddhismus, stehen Bildnisse von Buddha wie auch von Jesus. Er nehme zu beiden als seinen spirituellen Ahnen Kontakt auf.[1] Thich Nhat Hanh weist eine Möglichkeit auf, wie BuddhistInnen mit der zentralen Figur des Christentums, Jesus Christus, umgehen können. Buddhismus und Christentum hätten, so der Mönch, zwar verschiedene Wurzeln, Betrachtungsweisen und Traditionen, doch auch einen gemeinsamen Kern: das Ziel der Überwindung des Leidens in der Welt. Dies macht er vor allem an Leben und Lehren der Religionsstifter, Siddharta Gautama (Buddha) und Jesus, fest.

[1]     Vgl. Thich Nhat Hanh: Buddha und Christus heute. Verbindende Elemente von Buddhismus und Christentum, München 1999, S. 30.

Da geht mir doch ein Licht auf!

Am 8. Dezember feiert man in Japan die Erleuchtung des Buddhas. Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh sieht in der Taufe Jesu ein Zeichen dafür, dass auch Jesus erleuchtet sei. Denn der Himmel öffnete sich und der Heilige Geist stieg in Taubengestalt zu Jesus herab. Die Taufe Jesu wird im Christentum entweder als eigenes Fest oder zumindest als Gottesdienstmittelpunkt behandelt.

Ziel erreicht!

Schon gewusst? Der Eintritt Buddhas ins Nirvana wird am 15. Februar in Japan gefeiert. Hier lässt sich eventuell eine Parallele zu Christi Himmelfahrt finden, welche am 40. Tag der Osterzeit gefeiert wird. Beide, Buddha und Jesus, gelangten an das Ziel – Nirvana respektive Himmel –, zu dem sie den Menschen einen Weg bereiten wollten.

Blumenfest

Was haben das Blumenfest, das am 8. April in Japan gefeiert wurde, und Weihnachten gemeinsam? Beides sind Festlichkeiten, bei denen die Geburt der Religionsstifter, Buddha beziehungsweise Jesus, gefeiert wird. Die Feier zur Geburt des Buddhas wird als Blumenfest bezeichnet, da die Tempel mit Blumen geschmückt und Blumen als Opfergabe dargereicht werden.

Der Countdown läuft!

Zumindest für die 40-tägige Fastenzeit im Christentum, welche auch Passionszeit genannt wird. Auch im Buddhismus gibt es eine Besinnungs- und Rückzugszeit. Die sogenannte Vassa, welche auch oft als buddhistische „Fastenzeit“ bezeichnet wird, findet von Juli bis Oktober statt und liegt damit noch vor uns.

Ein Artikel zu Buddha und Jesus erscheint am 30.04.

Aktuelles: Religion in Zeiten des Coronavirus

Die Welt befindet sich in einem Ausnahmezustand, auf den auch die Religionen reagieren müssen.

Aktuelles: "Big Islam, Little Space." - unser erster interreligiöser Dialog

Eine Religion mit so großen Dimensionen und im Vergleich so wenig Platz im Weblog. – Das meinte einer unserer muslimischen Gäste wohl mit dieser Bemerkung und lieferte damit so etwas wie die Vorlage für unser interreligiöses Gespräch und womöglich für den Dialog mit nicht-christlichen Religionen überhaupt. Aber fangen wir von vorne an.

Erlangen, der 13.02.2020. Wir, die Teilnehmenden des Seminars „Das Christentum aus Sicht der Anderen/Interreligiöse Kommunikation“, treffen uns mit sieben am interreligiösem Dialog Interessierten, die sich zu dieser Abendrunde eingefunden haben. Unsere Gäste sind entweder selbst muslimisch und/oder sind im Bildungssektor tätig. Dem Treffen ging eine lange Vorbereitungsphase voraus. Im Wintersemester zuvor haben wir uns neben der Entwicklung dieses Blogs vermehrt mit nicht-christlichen Religionen und deren Beziehungen zueinander auseinandergesetzt. Diese eher theoretischen Vorkenntnisse wollen wir nun im Dialog mit und über MuslimInnen erproben. Unser erklärtes Ziel: Herausfinden, wie es sich anfühlt, im Gespräch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, nachfragen, uns Inspiration holen und, vielleicht auch, Spannungen aushalten.  Ganz besonders interessiert uns, wie es gelingen kann, über den Islam zu schreiben, ohne ungewollt verletzend zu sein.