Das Christentum aus neuer Sicht

Hier findest du neue oder ungewohnte Perspektiven auf eine – Manchem – so vertraute Religion.

Gespenstererscheinung und Seewandel – Zählt die Bibel zur fantastischen Literatur?

Im Dialog mit Atheismus oder anderen Religionen über die Bibel wird häufig auf die folgende  oder ähnliche Weise geurteilt.

„Das sind doch eh alles nur Märchen.“

„Die übernatürlichen Ereignisse in der Bibel sind doch ganz rational zu erklären.“

„Die Menschen damals haben sich das nur eingebildet, das ist wie bei Gespenstererscheinungen heutzutage.“

Doch sind die Vergleiche der Bibel und ihrer übernatürlichen Wundergeschichten mit Märchen oder Spukgeschichten überhaupt gerechtfertigt? Und wie gehen Christ*innen im interreligiösen Dialog im Gegenzug mit den Schriften anderer Religionen um?

Warum wecken (christliche) Verschwörungstheorien so viel Interesse?

Am Beispiel von Dan Browns Beststeller Sakrileg

Dan Browns Geschichte über Professor Robert Langdon und die Verschwörung der Kirche gegen die Nachkommen Jesu Christi hat ihn zu einem weltberühmten Autor gemacht. Doch warum ist ausgerechnet ein Buch, das eine Verschwörungstheorie aufgreift, so beliebt?

Weihnachtsmann und Christentum – geht das?

Weihnachtsmänner, überall Weihnachtsmänner: in der Vorweihnachtszeit überrollt uns dieser rot-weiß gekleidete, dickliche Mann gemeinsam mit der Konsumwelle und einem Haufen Geschenke, die eigentlich niemand braucht. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Figur? Und wie nimmt das Christentum Stellung dazu? „Darf“ man als gläubige*r Christ*in überhaupt vom Weihnachtsmann sprechen? Oder sollte man nicht lieber stattdessen das Christkind in seine Weihnachtstraditionen einbinden?

Prophet Gottes? – Jesus von Nazareth aus muslimischer Sicht

Jesus von Nazareth – auf Arabisch ist sein Name Isa – begegnet sowohl im Koran, als auch in der christlichen Bibel. Die Ähnlichkeiten zeigen, dass in beiden Texten von der gleichen Person die Rede ist. Aber wo genau liegen die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede? Wer ist Isa von Nazareth im Koran?

Mensch und Gott? – Jesus von Nazareth aus christlicher Sicht

Jesus von Nazareth ist für Christ*innen eine zentrale Person ihres Glaubens. Sie nennen ihn Jesus Christus und sind als „Christ*innen“ sogar nach ihm benannt. Auch in Judentum und Islam ist Jesus eine bekannte Figur. Der größte Unterschied zu den jüdischen und islamischen Traditionen ist, dass Jesus im Christentum Gott ist, nicht nur Mensch. Dieser Punkt ist im interreligiösen Dialog so brisant, weil es konkret das Gottesverständnis der jeweiligen Religion betrifft, was ein sehr sensibler Punkt ist. Dabei ist es auch für Christ*innen schwierig, Jesu Göttlichkeit, die Dreifaltigkeit Gottes und die Bedeutung des Todes Jesu zu verstehen – und es ist auch für Christ*innen nicht einfach, sich darüber auszutauschen und sich – selbst innerchristlich – auf ein gemeinsames Verständnis zu einigen. Doch zurück zur interreligiösen Sicht: Trotz des wichtigen Unterschiedes gibt es auch Gemeinsamkeiten. Deshalb lieber genau hinsehen: Wieso ist Jesus für den christlichen Glauben so wichtig und was steht über ihn in der christlichen Bibel?

Jüdischer Rabbi oder Abtrünniger? – Jesus von Nazareth aus jüdischer Sicht

Was sagt das Judentum über Jesus von Nazareth? – Zuerst einmal sagt das Judentum, dass es DAS Judentum gar nicht gibt. Denn genau wie in anderen Religionen trifft man hier auf viele unterschiedliche Strömungen, die auch nicht alle die gleichen Auffassungen teilen. Mit diesem wichtigen Wissen im Hinterkopf kann ich nun versuchen, eine Antwort auf die Frage „Was sagt das Judentum über Jesus von Nazareth?“ zu finden.

Leiden macht dialogfähig?

In Frankreich auf dem Altar der Klause von Thich Nhat Hanh, einem vietnamesischen Vertreter des Engagierten Buddhismus, stehen Bildnisse von Buddha wie auch von Jesus. Er nehme zu beiden als seinen spirituellen Ahnen Kontakt auf.[1] Thich Nhat Hanh weist eine Möglichkeit auf, wie BuddhistInnen mit der zentralen Figur des Christentums, Jesus Christus, umgehen können. Buddhismus und Christentum hätten, so der Mönch, zwar verschiedene Wurzeln, Betrachtungsweisen und Traditionen, doch auch einen gemeinsamen Kern: das Ziel der Überwindung des Leidens in der Welt. Dies macht er vor allem an Leben und Lehren der Religionsstifter, Siddharta Gautama (Buddha) und Jesus, fest.

[1]     Vgl. Thich Nhat Hanh: Buddha und Christus heute. Verbindende Elemente von Buddhismus und Christentum, München 1999, S. 30.